RL-CORPUS s.r.o.

II. Internationaler kongress der Entwicklungskinesiologie, Olomouc, 15. - 16.9.2017

 Die nicht staatliche Gesundheitseinrichtung RL-CORPUS begann mit ihrer Tätigkeit im Januar 1995. Dieses Rehabilitationszentrum ist einzigartig in seiner Art, und dies nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern auch im Gebiet aller Staaten Mittel- und Osteuropas. Es entstand als Therapie - und Lehrzentrum der Vojta Methode (auf Basis der Zusammenarbeit mit Prof. Vojta und der Internationalen Vojta Gesellschaft e.V.) und arbeitet auf einem vergleichbaren Niveau wie die deutschen Lehr- und Therapiezentren.
Die Arbeit beruht in der Heil- und Lehrtätigkeit, die durch die Internationale Vojta Gesellschaft e.V. (IVG) fachlich gesichert ist. Die Heiltätigkeit erfasst die rechtzeitige Therapie mit Hilfe der Vojta Methode bei Kindern, die von einer motorischen Störung bedroht sind. Die Therapie wird so durchgeführt, dass vor allem die Eltern unter der fachlichen Leitung von Physiotherapeuten zu kompetenten Hauptakteuren des Heilprozesses werden. Die Kosten der Therapie wird von den Krankenkassen übernommen.

Einen bedeutenden Teil der Tätigkeit von RL-CORPUS bildet der Lehrtätigkeit in Bezug auf die Vojta Methode. Die Ergebnisse der Arbeit von RL-CORPUS und neue Erkenntnisse des RL-CORPUS Teams werden regelmäßig sowohl in der Tschechischen Republik als auch im internationalen Raum publiziert.

 

Ontogenese

Die ontogenetische Entwicklung der Motorik des Menschen ist genetisch determiniert, erfolgt vollkommen automatisch und ist eine Fortsetzung der intrauterinen Entwicklung. "Der Antriebsmotor" der motorischen Ontogenese ist die Motivation des Kindes (Ideomotorik).
Unter Voraussetzung der Motivation des Kindes zeigen automatische Zusammenspiele bestimmter Muskeln die Fähigkeit des Kindes, sich motorisch zu äußern und etwas zu erreichen. Die Reifung des Zentralnervensystems (die u. a. auch die Ontogenese der Motorik beinhaltet) ist durch Entwicklungsstufen charakterisiert. Jede Entwicklungsstufe beinhaltet eine höhere Entwicklungsphase, was durch die kinesiologische Analyse dieser globalen motorischen Muster bewiesen wird.

Die Entwicklungskinesiologie befasst sich mit der motorischen Entwicklung des Kindes und gibt uns klare Regeln zum Erkennen der idealen Beweglichkeit des Kindes. Sie zeigt uns nicht nur die genaue architektonische Äußerung jeder einzelnen Entwicklungsstufe, sondern befasst sich vor allem mit dem kinesiologischen Inhalt der verschiedenen motorischen Entwicklungsmuster, die für ein bestimmtes Alter des Kindes charakteristisch ist.
So stellen wir nach und nach fest, wie die Zusammenspiele der einzelnen Muskeln entstehen und wie diese miteinander in Verbindung stehen. Somit sind wir in der Lage, das qualitativen Entwicklungsniveau des Kindes genau zu bestimmen. Die Kenntnis der Entwicklungskinesiologie ist nicht nur für die Behandlung von.

Bewegungsstörungen in der Pädiatrie von Bedeutung. Sie hat ihren äußerst wichtigen Platz auch in der Behandlung von erwachsenen Patienten. Durch Analyse der Haltung des Achsenorgans (Kopf, Rumpf, Becken) und der Art der Bewegung des erwachsenen Patienten sind wir in der Lage zu bestimmen, aus welcher Phase seiner Entwicklung der Patient bestimmte Mängel mitbringt.
Dadurch können wir die anschließende Körperhaltung einschließlich der Akren der unteren und oberen Gliedmaßen bestimmen. Eine schlechte Körperhaltung bringt unter Umständen früher oder später vertebragene Beschwerden mit sich. Die Kenntnis der Entwicklungskinesiologie gehört somit zur unbedingt notwendigen Ausstattung des Physiotherapeuten, der sich mit der allgemeinen Behandlung von Bewegungsstörungen und dies nicht nur im Bereich der Diagnostik, sondern vor allem im Bereich der Behandlung befasst.

 

Diagnostik

Die Kenntnis der idealmotorischen Ontogenese sind auch für den Arzt, der die Bewegungsstörung diagnostiziert, von großem Nutzen. Damit der Arzt die Aussage der Lagereaktionen und der primären Reflexologie richtig bewerten und daraus eine Diagnose mit Therapieempfehlung ableiten kann, muss er ein fundiertes Wissen in der Entwicklungskinesiologie besitzen.

Vojtas diagnostisches System beinhaltet in erster Linie die Entwicklungskinesiologie, die sieben Lagereaktionen und die Dynamik der primären Reflexe. Die Kenntnis der Lagereaktionen verbunden mit der Untersuchung der posturalen Aktivität und der primären Reflexologie bildet den Weg zur Entwicklungsdiagnose.
Neben dem Arzt sollten auch die Physiotherapeuten Kenntnis der Lagereaktionen besitzen, um das therapeutische Vorgehen bewerten zu können. Der Physiotherapeut ist allerdings nicht verpflichtet, die primären Reflexe zu untersuchen, sollte sie allerdings kennen und in der Lage sein, sie zu untersuchen und zu bewerten um so das Ergebnis des konkreten therapeutischen Programms zu überprüfen.

Die Übersicht der primären Reflexologie und der Inhalt der Lagereaktionen, so wie sie der Therapeut benutzt, sind Inhalt der weiteren Kapitel.

Die rechtzeitige Diagnose der Bewegungsstörung im frühen Kindesalter beruht auf der Wertung dreier Parameter:

    Es ist notwendig, das Niveau der motorischen Ontogenese und die posturale Aktivität zu bewerten
    Das Kind wird bezüglich seiner Reflexe untersucht
    Die posturale Reaktibilität wird mittels der Lagereaktionen untersucht

Die rechtzeitige Diagnostik der Bewegungstörung des Kindes ist außerordentlich wichtig in Bezug auf dessen weitere ( motorische ) Entwicklung.
Bei der richtigen Bewertung einer Bedrohung der motorischen Entwicklung kann mit einer sofortigen Behandlung begonnen werden.
Es ist allgemein bekannt, das die Plastizität des ZNS ( erneuerte neuronale Verbindungen, eventuelle Bildung weiterer Verbindungen, Übernahme zusätzlicher Funktion auf der Niveau des ZNS usw.) im frühen Kindesalter am größten ist. Sobald das Kind mit seiner Umwelt Kontakt aufnimmt und nicht die ideale Motorik zur Verfügung hat, benutzt es zwangsläufig motorische Ersatzmuster. In diesem Moment wird die motorische Schädigung sichtbar, die meistens auch der Laie erkennt. Es besteht die große Gefahr (siehe Quantifikation der Bewegungsstörung und Bedrohung der motorischen Entwicklung), dass diese Ersatzmotorik durch den häufigen Gebrauch fixiert wird und den Beginn einer idealen Motorik definitiv unmöglich werden lässt. Die ersten Ersatzmuster kann der erfahrene Diagnostiker mittels der Analyse der spontanen Beweglichkeit spätestens in einem Alter von 6 Wochen feststellen, wenn bereits 75% aller Kinder Kontakt aufnehmen und lächeln.
Die Ersatzmotorik bildet sich im ersten Trimenon voll aus und beginnt sich im zweiten Trimenon bei einem intelligenten Kind zu fixieren.
Eine Bewegungsstörung im dritten Trimenon beseitigen zu wollen, kann bei einer ernsteren Schädigung schon zu spät sein, und die Schädigung kann weitaus größere Auswirkungen haben, als bei einem Therapiebeginn bereits im ersten Trimenon. Am markantesten ist dies beim hemiparetischen Syndrom zu sehen.
Die Aufdeckung der Bewegungsstörung im vierten Trimenon oder schließlich erst im Alter von einem Jahr kann ernste Folgen haben. Das Kind, das bei einem rechtzeitigen Beginn der Therapie problemlos oder nur mit minimalen Problemen leben könnte, bleibt jetzt dauerhaft geschädigt. Das Ergebnis der Heilung ist also entscheidend abhängig vom rechtzeitigen Beginn der Therapie. Es existieren allerdings noch mehr Faktoren, die das Ergebnis unserer Arbeit beeinflussen. Es geht vor allem um den Umfang der Schädigung, aber auch die Bedingungen und der Zugang zur Therapie von Seiten der Familie spielen eine wichtige Rolle.

Der Zugang des Therapeuten und dessen Fähigkeiten im gegebenen Augenblick sind von großer Bedeutung. Ein diagnostisches Problem ist auch eine "unauffällige" Bewegungsstörung. Das Kind entwickelt sich grobmotorisch normal, das heißt also " im Grossen und Ganzen gut". Das Problem entgeht der Aufmerksamkeit der Eltern und der Fachleute und zeigt sich erst bei der Vertikalisierung des Kindes. Das Kind steht dann auf den Zehenspitzen, eventuell nur auf einer Zehenspitze, und es werden weitere Abweichungen von der Norm festgestellt, die eine Behandlung erfordern. Wäre bei diesem Kind rechtzeitig die Diagnose gestellt und das Kind therapiert worden, könnte es ohne motorische Probleme leben. Durch die rechtzeitige Diagnose und die gezielte motorische Behandlung kann die Bewegungs-störung des Kindes minimalisiert werden.

 

Therapeutischsystem

Das therapeutische System der Vojta Methode beinhaltet zwei Koordinationskomplexe:

    das Reflexkriechen
    das Reflexumdrehen

Durch die Aktivierung dieser globalen Muster üben wir nicht mit den Patienten zu kriechen oder sich zu drehen. Diese einzelnen aktivierten Modelle stellen die Bausteine für die bipedale Lokomotion dar. Die Teilmuster des Reflexkriechens und des Reflexumdrehens finden wir in der Ontogenese ab der Geburt bis hin zur Realisation der sozialen bipedalen Lokomotion. Wir können einige Teilmuster als Beispiel anführen. So werden bei der Aktivierung des Reflexkriechens am Arm der Gesichtsseite Teilmuster aktiviert, die wir in der Entwicklungsphase des zweiten Trimenon beobachten. Das Schulterblatt verschiebt sich kaudal in einem solchen Umfang, wie wir es im Alter von drei Monaten beobachten. Beide Koordinationskomplexe führen zur Aufrichtung der gesamten drehbaren Wirbellsäule. Der Oberarm stützt auf dem Epikondylus medialis humeri, so dass der M.pectoralis major den Schultergürtel so über der Unterlage aufrichtet, wie es im Alter von drei Monaten möglich ist. wie wir es im Alter von drei Monaten sehen können. An der Hand der Gesichtsseite erscheint ein Muster, das dem radialen Greifen im Alter von sechs Monaten entspricht. Wenn wir das Reflexkriechen und das Reflexumrehen vektormäßig analysieren, stellen wir fest, dass sie Lokomotionscharakter beinhalten. Durch die Stützfunktion auf dem Epikondylus medialis humeri des Ellenbogens auf der einen Seite und dem Kalkaneus der Ferse auf der konralateralen Seite sprechen wir ein gekreuztes Muster an, welches den Körper in Richtung des Stützpunktes aufrichtet. Im Rahmen dieses globalen Musters werden im Koordinationskomplex auch solche Teilmuster aktiviert, die wir in der Ontogenese finden können. Dies stellen wir bei der Analyse der Teilmuster des Reflexkriechens und -umdrehens fest. Da es sich um ein grundlegendes motorisches Programm handelt kann man sagen, dass die Vojta-Methode die Basis für weitere Funktionen der durch Lernprozesse gebildeten sogenannten Aufbau-Motorikfunktionen, ( Sprache, Schreiben, sportliche Leistungen usw.) darstellt. Dies alles erfolgt automatisch und unabhängig von und der bewusst gewollten Bewegung. Das grundlegende Element der Behandlung von Bewegungsstörungen überhaupt ist die Qualität der Afferenz. Mit der Anwendung der Vojta-Methode kann diese Afferenz in das grundlegende, genetisch bestimmte motorische Programm eintreten. Im ZNS wird diese Information verarbeitet, gespeichert und in die efferenten Wege integriert. Diesen Antwort des ZNS kann man klinisch als qualitative Äußerung der Motorik werten. Die Spontanmotorik, die durch Lagereaktionen oder Reflexe untersucht werden kann, wird für uns dann zur Kontrolle und Information, wie hoch die Qualität der von uns in der Therapie erreichten Afferenz ist.

Jede Position, jede Therapie ist eine Quelle der Afferenz. Die durch Reizung der Propriorezeptoren erreichte Afferenz ist für die Behandlung am günstigsten, da diese Rezeptoren praktisch keine Adaptation kennen. Die bei der Behandlung wirksame Afferenz aus den Interorezeptoren und Exterorezeptoren spielt keine so wichtige Rolle wie die der Propriorezeptoren. Die meisten Propriorezeptoren sind in der autochtonen Muskulatur enthalten. Damit ist klar, dass die Afferenz aus dem Bereich des Axisorgans bei der Therapie entscheidend sein wird.

Sofern wir uns allgemein vorstellen können, dass jede Lage und jede Bewegung (spontan und passiv) zu einer Afferenzquelle wird, ist leicht zu verstehen, dass die Ersatzmotorik auch zu einer Afferenzquelle wird. Unter ihrem Einfluss wird die Bewegungsstörung verstärkt. Auch eine ungünstige Therapie wird zur Quelle unerwünschter Afferenz.

Das Therapie - System der Vojta-Methode

Vom Gesichtspunkt der Ontogenese aus gesehen, entsteht das erste Ersatzmuster bereits bei der ersten ( der optischen ) Kontaktaufnahme im Alter von vier bis sechs Wochen ( mehr dazu im Kapitel Diagnostik). Das Ersatzmuster signalisiert eine Blockade der idealen Beweglichkeit, eine motorische Störung, die zu diesem Zeitpunkt aber nur als "funktionell" bewertet werden kann. Wird diese funktionelle Blockade aber nicht beseitigt, wird die Ersatzmotorik zu einer Quelle unerwünschter Afferenz, und die Ersatzmuster werden in die spontane Beweglichkeit des Kindes integriert. Aus einer funktionellen Störung kann sich somit eine strukturelle Störung entwickeln. Die Therapie ist am erfolgreichsten, wenn sie vor der Entstehung der Ersatzmuster begonnen werden kann.

 



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DATUMSKUPINANÁZEVMÍSTODETAIL
28.08.2017FyzioterapeutKurz 16/04 - Aplikace vývojové kineziologie podle Vojty u hybných poruch v dětském věkuOlomouc, RL-Corpus s.r.ovíce
07.09.2017FyzioterapeutKurz 16/04 - Aplikace vývojové kineziologie podle Vojty u hybných poruch v dětském věkuPraha Motolvíce
07.09.2017FyzioterapeutKurz 17/01- Aplikace vývojové kineziologie podle Vojty u hybných poruch v dospělém věkuPraha Motolvíce
11.09.2017FyzioterapeutKurz Vojtovy metody pro Vysoké školyRL-Corpus s.r.o., Olomoucvíce
21.09.2017FyzioterapeutKurz 16/04 (Motol) Aplikace vývojové kineziologie podle Vojty u hybných poruch v dětském věkuPraha Motolvíce
09.10.2017FyzioterapeutKurz 17/03 - Aplikace vývojové kineziologie u hybných poruch v dětském věkuOlomouc, RL-Corpus s.r.ovíce
09.10.2017FyzioterapeutKurz 27/03 Aplikace vývojové kineziologie u hybných poruch v dětském věkuRL-Corpus s.r.o. Olomoucvíce
14.10.2017FyzioterapeutKurz 27/03 Aplikace vývojové kineziologie u hybných poruch v dětském věkuPraha Motolvíce
16.10.2017FyzioterapeutKurz 17/03 - Aplikace vývojové kineziologie u hybných poruch v dětském věkuOlomouc, RL-Corpus s.r.ovíce
26.10.2017LékařKurz 17/06 - Diagnostika a terapie hybných poruch u dospělých dle Vojtyvíce

RL-CORPUS, s.r.o.

RL-CORPUS s.r.o. je privátní moderní zdravotnické zařízení, které vzniklo v roce 1994. V lednu roku 1995 zahájilo svou činnost. S výbornými výsledky se specializuje na  aplikaci Vojtovy metody u hybných poruch všech věkových kategorií. Nejvíce se zaměřuje na rehabilitaci kojenců a malých dětí, které jsou ohroženy poruchou hybného vývoje, nebo dětí, u kterých se již hybná porucha vyvinula. Do centra RL-CORPUS s.r.o. přicházejí malí i velcí pacienti nejen z regionu Olomouc, ale i ze vzdálenějších regionů nebo ze  zahraničí.

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